Prof. Dr. Michael Braungart

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Terminologie

Michael Braungart gebraucht die im Folgenden aufgelisteten Begriffe. Hier die Erklärungen:

"Abfall" ist gleichbedeutend mit "Nahrung"
Das erste Design-Prinzip der "nächsten industriellen Revolution": Alle Produkte werden als "Nährstoffe" angesehen, die in "biologischen" oder "technischen" Kreisläufen fließen.

 

Biologischer Nährstoff
Grundmaterial, dass von Organismen - auch auf zellulärer Ebene - genutzt wird, um Lebensprozesse aufrecht zu erhalten. Gewöhnlich basieren biologische Nährstoffe auf Kohlenstoffverbindungen.

 

CRADLE TO CRADLE (Von der "Wiege zur Wiege")
Ein Modell für industrielle Prozesse, in dem alle Materialien in geschlossenen biologischen oder technischen Kreisläufen fließen. "Abfälle" existieren in diesem Sinne nicht, d.h. "Abfall" ist - wie in der Natur - gleichbedeutend mit "Nahrung".

 

DESIGN CHEMISTRY
Bezieht sich auf die Aufnahme und Berücksichtigung von weitgefächertem Fachwissen bei Produktanalyse, -herstellung und Re-Design hinsichtlich umwelt-intelligenter Kriterien.

 

Downcycling
Die übliche Praxis, Material so zu recyceln, dass viel wertvolles Material verloren geht (z. B. beim Recycling von Plastik, das oft nur zu Parkbänken wird).

 

Gebrauchsgüter
Produkte, die von Kunden gebraucht (nicht verbraucht) werden, aber im Eigentum der Hersteller bleiben, so dass Kunden von der Bürde ihrer Entsorgung befreit sind. Die "technischen Nährstoffe" dieser Produkte werden in geschlossenen technischen Kreisläufen geführt und unterliegen einer ständigen Optimierung.

 

Nicht verwertbare Güter
Produkte, die weder konsumiert werden können, noch in organischen oder industriellen "Stoffwechseln" genutzt werden können. Ein sicheres Recycling dieser Produkte ist zurzeit nicht möglich. Solche Produkte sollten möglichst bald ersetzt werden. Eine sichere Lagerung sollte gewährleistet sein.

 

Öko-Effektivität
Cradle to Cradle-Design Strategie, die gleichzeitig ökonomische, ökologische und soziale Werte berücksichtigt und die Voraussetzungen schafft, dass eine humane, sichere, profitable und regenerative Industrie "intelligente" und gesunde Produkte herstellen kann. 

 

Öko-Intelligenz
Elegante Lösungen im Umgang mit Ressourcen, die von natürlichen Systemen und Prozessen demonstriert werden (z. B. durch Nährstoff-Kreisläufe, Wechselbeziehungen, "Feier" von Vielfalt, Nutzung der Sonnenenergie, Regeneration etc.).

 

Technischer Nährstoff
Material, das so konzipiert ist, dass es fortwährend in geschlossenen industriellen Kreisläufen fließt.

 

Upcycling
Gewünschte Praxis, so zu recyceln, dass kein wertvolles Material verloren geht (Gegenteil von "Downcycling").

 

Verbrauchsgüter
Produkte, die für geschlossene biologische Kreisläufe konzipiert sind und so Nährstoffe für die Lebewelt darstellen. Auf diese Art konzipierte Produkte befreien von Überlegungen zu Aspekten der Entsorgung von "Abfall" (s. Cradle to Cradle).